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schneemann

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Freitag, 24. September 2021, 16:45

„Batterie-Champion“ geplant – Daimler steigt bei Zellkonsortium von Stellantis und Total ein

„Batterie-Champion“ geplant – Daimler steigt bei Zellkonsortium von Stellantis und Total ein - handelsblatt.de, 24.09.2021

Der Mercedes-Hersteller kauft ein Drittel der Anteile der Batteriezellfirma ACC. Mit dem Deal sichern die Schwaben nicht nur ihre Stromoffensive ab.

Es ist ein gigantisches Unterfangen. Daimler-Chef Ola Källenius will den Anteil reiner Elektroautos am gesamten Pkw-Absatz seines Konzerns von aktuell drei auf hundert Prozent bis Ende der Dekade erhöhen. Dafür benötigt der Mercedes-Hersteller Batterien im Umfang von 200 Gigawattstunden.

Nun steht der Partner fest, mit dem Källenius das Ziel erreichen will: Mercedes-Benz steigt bei der Automotive Cells Company (ACC) ein und sichert sich für einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag ein Drittel der Anteile. Die anderen beiden Eigentümer des französischen Unternehmens sind der Opel-Mutterkonzern Stellantis sowie der Ölmulti Total.

Das hehre Ziel des Trios lautet, aus ACC einen „europäischen Batterie-Champion mit globalen Ambitionen“ zu formen. Dafür sollen in die Firma insgesamt sieben Milliarden Euro gepumpt werden, wobei mehr als 1,3 Milliarden Euro von deutschen und französischen Steuerzahlern stammen. Bis Ende des Jahrzehnts will ACC mit diesem Geld eine Kapazität zur Produktion von Hochleistungszellen von mindestens 120 Gigawattstunden errichten.

Wie viel von diesem Volumen letztlich bei Mercedes landet, teilte der Konzern zunächst nicht mit. Daimler-CEO Källenius betonte aber: „Durch die Partnerschaft sichern wir uns Lieferumfänge, nutzen Skaleneffekte und können unseren Kundinnen und Kunden überlegene Batterietechnologie bieten.“ Darüber hinaus leiste man mit der Investition in ACC einen Beitrag dazu, dass Europa auch im Elektrozeitalter ein „Zentrum der Automobilindustrie bleibt“, bekundete der Schwede.

Daimler reagiert damit auf ein zentrales Problem: Die Zellen, aus denen die Energiespeicher bestehen, sind weltweit knapp. Und die Lieferanten kommen vorwiegend aus China und Südkorea. Um eine gefährliche Abhängigkeit von asiatischen Anbietern zu vermeiden, kündigten die Schwaben daher im Sommer an, gemeinsam mit Partnern selbst in die Zellproduktion einzusteigen. Nach dem ACC-Einstieg ist nun klar, wer dieser Partner ist.

ACC verdoppelt Produktion
ACC plant nun, die Kapazität in seinen europäischen Fabriken mehr als zu verdoppeln. Bisher hatten die Franzosen angekündigt, im Jahr 2023 mit der Massenproduktion im Leitwerk in Douvrin zu starten und die Kapazitäten dort anschließend schrittweise auf 24 Gigawattstunden zu steigern.

Ab 2025 sollen dann auch im Opel-Komponentenwerk in Kaiserslautern die ersten Zellen produziert werden. Im Endausbau sind auch hier 24 Gigawattstunden geplant. Das heißt: Allein in Douvrin und Kaiserslautern könnte ACC bis Ende des Jahrzehnts jährlich Zellen für rund eine Million Fahrzeuge herstellen. Um auch den Akku-Bedarf von Mercedes ab Mitte der Dekade stillen zu können, reicht das allerdings längst nicht aus.

Daher erwägt ACC aktuell, sein Produktionsnetzwerk in Europa auszubauen. Als sehr wahrscheinlich gilt nach Handelsblatt-Informationen, dass der Akku-Spezialist im thüringischen Kölleda eine weitere Montage hochzieht. Hier fertigt Mercedes derzeit mit rund 1400 Mitarbeitern Vier- und Sechszylindermotoren. Mit der Ansiedlung könnte die reine Verbrenner-Tochter MDC Power GmbH eine langfristige Zukunftsperspektive erhalten.

Verhandelt wird zudem noch über einen zweiten Daimler-Standort, an dem die Kernkomponenten für das Herzstück von Elektroautos hergestellt werden könnten. Das Stammwerk in Stuttgart-Untertürkheim wäre dafür eigentlich prädestiniert. Schließlich bündelt der Konzern hier sein geballtes Know-how für alle Antriebsarten und will ab 2023 auf Pilotlinien auch selbst Batteriezellen entwickeln.

Doch im Neckartal mangelt es womöglich am nötigen Platz für eine Gigafactory. Daher buhlen auch andere Daimler-Werke in Baden-Württemberg um einen möglichen Zuschlag. Dazu zählen beispielsweise Gaggenau, Rastatt und Sindelfingen, heißt es in Branchenkreisen. Daimler selbst äußert sich zu derlei Überlegungen nicht. Die Entscheidung hängt letztlich auch vom ACC-Management und etwaigen Fördergeldern ab.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier scheint jedenfalls bereit, weitere finanzielle Mittel freizugeben. Den Einstieg von Mercedes bei ACC bezeichnete der CDU-Politiker als den „bislang größten Durchbruch“ für ein Batteriezellprojekt in Europa. „Schon jetzt lässt sich absehen, dass in den nächsten Jahren mehrere zehntausend Arbeitsplätze allein in Deutschland in der Batteriezellfertigung entstehen werden“, frohlockte Altmaier.

Zwei Aufsichtsratssitze für Mercedes
Klar ist aber: Die Schwaben fungieren bei ACC als gleichberechtigter Anteilseigner und sollen ebenso wie Stellantis und Total zwei der sechs Sitze im Aufsichtsrat der Firma erhalten. Die Batteriezellen von ACC sollen zudem zu 95 Prozent recyclingfähig sein und vorrangig mit Strom aus erneuerbaren Energien hergestellt werden. „Die Beteiligung ist ein strategischer Meilenstein auf unserem Weg zur CO2-Neutralität“, sagte Daimler-Chef Källenius.

Die Allianz mit ACC soll keinerlei Auswirkungen auf die strategischen Kooperationen von Daimler mit den beiden chinesischen Zellspezialisten CATL und Farasis haben. Man stehe weiterhin voll hinter diesen Partnerschaften, heißt es aus Stuttgart. Gleichwohl freut sich Daimler, den „Lokalisierungsgrad in der Beschaffung von Batteriezellen“ mit ACC absichern zu können. Oder anders ausgedrückt: mit den Franzosen versucht Mercedes ein Gegengewicht zu den übermächtigen asiatischen Lieferanten zu etablieren.

„Mit dem Einstieg bei ACC schafft es Mercedes, in der Produktion der wichtigsten Komponente des Elektroautos Fuß zu fassen“, konstatiert Ferdinand Dudenhöffer. Gleichzeitig verweist der Leiter des Center Automotive Research (CAR) darauf, dass ACC bisher noch keine einzige Zelle in Großserie produziert hat und wenig über die konkreten technischen Pläne des Unternehmens bekannt ist.

Zudem muss ACC zwei völlig unterschiedliche Bedürfnisse bedienen: Einerseits den Massenhersteller Stellantis, der für rigoroses Kostendrücken bekannt ist, und andererseits Daimler, mit dem Anspruch stets „das Beste oder nichts“ zu liefern. Die Zellmaterialien, die ACC für Mercedes-Autos liefert, müssten sich „deutlich“ von den Zellen für Fahrzeuge von Opel, Peugeot oder Fiat unterscheiden, betont Dudenhöffer. „Die Herausforderung für ACC wird sein, beides unter einen Hut zu bringen und dennoch die wichtigen Scales abzubilden“.

Am Ende werde ACC eine „Mercedes-Zelle“ liefern, verspricht Daimler-Entwicklungschef Markus Schäfer. „Die Rezeptur wird durch uns bestimmt“, erläutert der Manager die Arbeitsteilung. ACC übernehme dann die Massenproduktion.