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schneemann

Suchtbolzen

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Tuesday, December 3rd 2019, 4:05pm

GM verklagt Fiat wegen mutmaßlicher Bestechung

GM verklagt Fiat wegen mutmaßlicher Bestechung - Handelsblatt.de, 21.11.2019

General Motors fordert Schadensersatz von seinem Wettbewerber. Fiat soll sich bei einer Gewerkschaft einen Vorteil bei der Bezahlung von Arbeitern verschafft haben.

Unruhe in der Autostadt Detroit: Zum ersten Mal in der Geschichte der US-Autoindustrie verklagt ein Hersteller einen Konkurrenten. Der größte US-Autokonzern General Motors (GM) unter der Führung von Mary Barra verklagt Fiat Chrysler Automobiles (FCA) wegen Korruption auf mehrere Milliarden Dollar. GM wirft FCA vor, Gewerkschaftsvertreter der United Auto Workers (UAW) korrumpiert und damit niedrigere Löhne garantiert zu haben.

Dadurch habe der italienisch-amerikanische Konzern einen Wettbewerbsvorteil bei den Tarifverhandlungen in den Jahren 2009, 2011 und 2015 gehabt, erklärte der GM-Chefjurist Craig Glidden. Die Korruption sei von dem mittlerweile verstorbenen FCA-Chef Sergio Marchionne abgesegnet worden. Dank dieses Systems zahle Fiat Chrysler im Vergleich zu GM acht Dollar weniger pro Stunde.

Die Klage kommt für Fiat Chrysler zu einem heiklen Zeitpunkt. Das Unternehmen befindet sich mitten in den Verhandlungen über den neuen Vierjahresvertrag für rund 47.000 Mitarbeiter in den US-Fabriken. Außerdem plant FCA derzeit eine Fusion mit dem französischen Autohersteller PSA, zu dem unter anderem Peugeot, Citroën und Opel gehören.

„Diese Klage hat das Ziel, FCA zur Verantwortung zu ziehen für den Schaden, den seine Taten unserem Unternehmen zugefügt haben, und um ein faires Spielfeld für die Zukunft zu garantieren“, sagte der GM-Chefjurist Glidden. FCA habe Millionen Dollar für Bestechungen gezahlt, um sich das Entgegenkommen der Gewerkschafter zu sichern.

Marchionne galt lange als geschickter Verhandler, der in den schwierigen Zeiten nach der Chrysler-Übernahme durch Fiat die Gewerkschaften auf seine Seite bekam. Doch im Jahr 2017 wurden Untersuchungen der Staatsanwaltschaft bei Fiat-Chrysler bekannt. Die legen nahe, dass mehr als nur Überredungskunst im Spiel war. Die Staatsanwälte sprachen davon, dass FCA-Manager UAW-Gewerkschafter „fett, dumm und glücklich“ gehalten haben, damit sie keine hohen Forderungen stellten. Drei Ex-Manager, die auch GM in seiner Klage erwähnt, haben sich bereits schuldig bekannt.

Der Analyst Arndt Ellinghorst von Evercore weist darauf hin, dass die Klage unter das Gesetz zur organisierten Kriminalität fällt, „wo die Schadensersatzsummen verdreifacht werden können“. GM spricht bisher lediglich von Milliarden Dollar an Schadensersatzforderungen, ohne eine genaue Summe zu nennen.
Korrupte Gewerkschaft?

Die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft haben auch innerhalb der Autogewerkschaft hohe Wellen geschlagen. Sie wurden auf die UAW ausgeweitet, und erst am Mittwoch trat der Vorsitzende der Gewerkschaft Gary Jones zurück. Er hatte sein Amt bereits vorübergehend für einen Monat wegen Korruptionsuntersuchungen niedergelegt. Außerdem hatte ihm der UAW-Verwaltungsrat vorgeworfen, mehr als eine Million Dollar veruntreut zu haben.

Fiat Chrysler teilte in der Nacht zum Donnerstag mit, die Klage sei grundlos. Der erstaunliche Schritt komme „zu einer Zeit, in der sich FCA als noch beachtlicherer Wettbewerber beweist, der weiterhin erheblichen Wert für alle seine Stakeholder schafft dank der erfolgreichen Implementierung seiner langfristigen Strategie“, teilte das Unternehmen mit und legte noch einen Seitenhieb auf GM nach: Zu dieser Strategie gehöre auch der „geplante Zusammenschluss mit PSA, das selbst einen erfolgreichen Turnaround des europäischen Geschäfts vollzogen hat, das es vor nicht allzu langer Zeit von General Motors erworben hat“.

GM ließ wissen, der Fall habe nichts mit der geplanten Fusion von Fiat mit Peugeot zu tun. Auch gegen UAW werde man keine Klage einreichen.


schneemann

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Friday, July 10th 2020, 10:25am

US-Gericht weist GM-Klage gegen FCA ab - automobilwoche.de, 09.07.2020

Ein US-Gericht hat die Klage von General Motors gegen Fiat Chrysler Automobiles wegen angeblicher Bestechung von Gewerkschaftern abgewiesen.

Es ist eine Niederlage für den größten Autokonzern der USA, General Motors (GM): Ein Gericht in den Vereinigten Staaten hat die Klage des Unternehmens gegen den Konkurrenten Fiat Chrysler Automobiles (FCA) wegen angeblicher Bestechung hochrangiger Gewerkschaftsvertreter abgewiesen.

Der zuständige Richter Paul Borman sagte laut dem Nachrichtenunternehmen "Bloomberg" zur Begründung, dass die Korruptionsvorwürfe gegen FCA bei näherer Betrachtung nicht haltbar seien. Schon vor einem Monat habe der Richter ein mögliches Verfahren eine "Verschwendung von Zeit und Ressourcen" für beide Konzerne genannt.

GM kündigte an, in der Angelegenheit weitere Rechtsmittel einsetzen zu wollen. Es gebe mehr als genug Beweise; der Hersteller beruft sich etwa auf Schuldeingeständnisse ehemaliger FCA-Manager.

Niedrigere Löhne

GM wirft FCA konkret vor, hochrangige Vertreter der Autogewerkschaft UAW (United Auto Workers) über Jahre hinweg mit Millionen bestochen zu haben. So habe FCA für die eigenen Fabriken niedrigere Löhne erwirkt beziehungsweise sich von 2009 bis 2015 eine Bevorzugung bei Tarifverhandlungen erschlichen.

Dies sei ein unfairer Wettbewerbsvorteil, der GM direkt geschadet habe. Deshalb fordert GM Schadenersatz in substanzieller Höhe. FCA bezahle im Vergleich zu GM acht US-Dollar weniger pro Stunde. Treibende Kraft hinter der angeblichen Korruption sei der im Jahr 2018 gestorbene Ex-FCA-Chef Sergio Marchionne gewesen.

FCA veröffentlichte dagegen ein Statement, in dem es hieß, man habe die Klage von Anfang an als unbegründet erachtet. Dass das Gericht die Klage nun nicht zulasse, bestätige diese Position.